Mit dem Zug nach Italien: Anreise für Paare ohne Auto
Mit dem Zug nach Italien zu fahren, klingt nach Umstand und ist doch oft der schönere Anfang eines Urlaubs: Ihr sitzt nebeneinander, die Alpen ziehen vorbei, und niemand muss fahren, tanken oder im Stau stehen. Dieser Beitrag zeigt, welche Verbindungen es gibt, was sie ungefähr kosten und wo es Haken gibt. Die Angaben stammen aus den Quellen am Ende, Stand September 2026. Wir sind diese Strecken für diesen Artikel nicht selbst gefahren. Wir haben Fahrpläne und Bedingungen verglichen, und wo etwas nur geplant oder unsicher ist, steht das dabei.

Die Brenner-Strecke: München bis Bozen, Verona und Venedig
Der einfachste Weg führt von München über Innsbruck und den Brenner nach Südtirol. Laut italien.de fahren täglich sechs EuroCity-Züge ohne Umsteigen bis Südtirol, fünf davon weiter nach Verona, zwei bis Venedig oder Bologna. Die Fahrzeiten ab München, gerundet nach dem Fahrplan 2026:
- Bozen: etwa 4 Stunden, ohne Umstieg
- Trient: etwa 4 Stunden 40 Minuten, ohne Umstieg
- Verona: etwa 5 Stunden 40 Minuten, ohne Umstieg
- Peschiera am Gardasee: etwa 6 Stunden, ein Umstieg in Verona
- Venedig: etwa 7 Stunden, ohne Umstieg (zwei Direktzüge)
- Mailand: etwa 7 Stunden 25 Minuten, meist ein Umstieg in Verona
- Florenz: etwa 8 Stunden 10 Minuten, ein Umstieg
Für Paare ist das die entspannteste Variante. Wer ins Südtirol will, ist nach vier Stunden da, und für den Gardasee steigt ihr in Verona um. Für die Toskana kommt ihr von Verona oder Bologna mit einem Anschlusszug weiter, ganz ohne Auto bleibt die Region allerdings schwierig. Das steht auch im Toskana-Beitrag.
Was es kostet
Die Deutsche Bahn bietet den Super Sparpreis Europa Italien ab 19,99 Euro in der zweiten Klasse an, zum Beispiel für München–Bozen, und ab 29,99 Euro in der ersten Klasse. Ab Hamburg, Köln oder Berlin beginnen die Preise bei 39,99 Euro (bahn.de). Das sind Startpreise pro Person und Strecke. Wie viele Tickets zu diesem Preis zu haben sind, hängt vom Zug und vom Tag ab.
Rechenbeispiel: Zwei Personen München–Bozen und zurück kosten im günstigsten Fall 4 × 19,99 Euro, also knapp 80 Euro. Für beliebte Ferientage und kurzfristige Buchungen werden die Tickets deutlich teurer. italien.de nennt für Buchungen am Reisetag selbst Preise von 100 Euro und mehr für dieselbe Strecke.
Wichtig bei den Sparpreisen: Sie sind an bestimmte Züge gebunden. Umtausch und reguläre Stornierung sind ausgeschlossen, nur in den ersten drei Stunden nach der Buchung könnt ihr kostenlos stornieren. Buchen lässt sich bis zu sechs Monate vorher. Wer im Herbst für den Sommer bucht, bekommt nach Angaben von italien.de oft die besten Preise. Mit einer BahnCard gibt es 25 Prozent Rabatt auf den deutschen Streckenanteil.
Der Nachtzug: Rom und Venedig
Wer abends losfährt und morgens ankommt, spart sich eine Hotelnacht. Der ÖBB Nightjet fährt laut bahndampf.de von München nach Rom (Abfahrt gegen 20 Uhr, Ankunft am nächsten Vormittag) und von Stuttgart über München nach Venedig (Ankunft am frühen Morgen). Hinzu kommen Nachtzüge ab Wien nach Venedig und Rom. Die Preise beginnen dort bei 29,90 Euro für den Sitzplatz, 49,90 Euro für den Liegewagen und 89,90 Euro für den Schlafwagen, jeweils pro Person. Für Paare ist ein eigenes Schlafwagenabteil am bequemsten. Rechnet aber damit, dass die Startpreise nur auf wenigen Plätzen gelten und die Nachtzüge im Sommer oft Wochen vorher ausgebucht sind.
Zwei Einschränkungen, die ihr kennen solltet: Einen Nachtzug nach Mailand gibt es seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 nicht mehr. Und die Verbindungen nach La Spezia, dem Tor zu den Cinque Terre, werden 2026 wegen Bauarbeiten nicht angeboten (bahndampf.de).
Von der Schweiz und aus dem Westen
Aus Frankfurt fährt laut italien.de täglich ein EuroCity-Express nach Mailand, etwa siebeneinhalb Stunden über Basel, Zürich und den Gotthard, mit Reservierungspflicht. Von Zürich nach Mailand sind es durch den Gotthard-Basistunnel rund dreieinhalb bis vier Stunden, etwa alle zwei Stunden. Das ist die bessere Wahl für den Comer See und die Lombardei.
Was schiefgehen kann
- Bauarbeiten am Brenner. Im Sommer 2026 fuhren vom 18. Juli bis 1. August keine Fernzüge zwischen Innsbruck und Bozen, stattdessen Busse (vol.at). Solche Sperren können wieder vorkommen. Schaut vor der Buchung auf die Baustelleninformationen der ÖBB und der Bahn.
- Gepäck und Räder. Auf den DB-ÖBB-Zügen über den Brenner sind bis zu drei Gepäckstücke bis 90 × 60 × 40 cm erlaubt. Fahrräder werden zwischen München und Norditalien nur als Falträder in dieser Größe mitgenommen.
- Der Direktzug München–Mailand. Die Frecciarossa-Verbindung ist ab Sommer 2027 geplant, bestätigt ist sie nicht. Der ursprünglich genannte Start im Dezember 2026 wurde laut italien.de verschoben. Plant eure Reise nicht darauf.

Unser Rat für Paare
Für ein langes Wochenende in Südtirol oder am Gardasee lohnt sich der Tagzug ab München: früh los, mittags da, ohne Auto. Für Venedig, Rom und alles, was weiter weg liegt, ist der Nachtzug eine echte Alternative, wenn ihr früh genug bucht. Wer aus dem Norden Deutschlands fährt, sollte die Fahrzeit nicht unterschätzen: Hamburg oder Berlin nach Italien dauert mit Umstieg rund 11,5 Stunden. Vor Ort in Italien bucht ihr die Anschlüsse am besten direkt bei Trenitalia oder Italo.
Quellen: italien.de, bahn.de, bahndampf.de, vol.at. Preise und Fahrzeiten ändern sich, bitte vor der Buchung prüfen.
